Rettung von Kulturgütern

In Friedenszeiten sind Kulturgüter vor allem durch Natur und Technik gefährdet. Damit diese in einem Notfall gerettet werden können, stellt der ZivilschutzSchutzmassnahmen her. 

 

Kult 

Rolf Kellenberg (rechts) mit seinem Team. Bild: Sascha Wehinger

Im Stadtarchiv Arbon lagern Schriften aus dem frühen Mittelalter bis zur heutigen Zeit. Sie werden als Einzelstücke der Zeitgeschichte eingestuft. Damit diese und weitere Kulturgüter in einem Notfall gerettet werden können, ist unter anderem eine Spezialistengruppe des Zivilschutzes zuständig. Rolf Kellenberg ist der Zugführer des fünfköpfigen Teams. Der Kulturgüterschutz der Zivilschutzregion Arbon, der die Gemeinden Arbon, Egnach, Horn und Roggwil angehören, muss den Schutz der wichtigen Kulturgüter in der Region koordinieren. Als Kulturgüter bezeichnet man bewegliche und unbewegliche Güter, die für das kulturelle Erbe von grosser Bedeutung sind. In der Region gilt beispielsweise das Schlossareal in Arbon als unbewegliches Gut, das Stadtarchiv von Arbon als bewegliches Gut. Diese Kulturgüter werden in Friedenszeiten vor allem durch natur- und technikbedingte Gefahren bedroht, denen man mit geeigneten Schutzmassnahmen entgegentreten muss.

Evakuationsplan für Kulturgut  

«Im Moment inventarisieren wir die Kulturgüter der Region», sagt Rolf Kellenberg, «was eine interessante, aber auch aufwendige Tätigkeit ist.» Seit einigen Wiederholungskursen tragen er und sein Zug dieses Wissen zusammen, fotografieren Objekte und erstellen Informationskarten, auf denen verzeichnet ist, wo sich die Kulturgüter befinden und welche Gefahren an dieser Stelle drohen. «Wir sind im Einzelfall dazu übergegangen, Evakuationspläne zu erstellen», erklärte er. Wenn dieser Schritt abgeschlossen ist, möchte der Zivilschutz mit der Feuerwehr und der Polizei in Kontakt treten, damit auch diese wissen, welche Güter aus Sicht des Kulturgüterschutzes schützenswert sind.

«Steckt Herzblut drin» 

Das Stadtarchiv Arbon müsste in einem Notfall innerhalb weniger Stunden evakuiert werden. Auf die Frage, ob das mit dem kleinen Team machbar sei, antwortet Kellenberg: «Mit fünf Personen ist das in der angestrebten Zeit nicht möglich. Aber unser Auftrag beinhaltet auch vor allem den organisatorischen Teil. Polizei und Feuerwehr würden in einem Schadensfall auch mithelfen, damit das schnell vonstatten geht.»

Rolf Kellenberg, der in der Region als Archivar tätig ist, wird sich im kommenden Jahr aus dem Zivilschutz zurückziehen, möchte aber seinem Nachfolger mit Rat zur Seite stehen. «Ein bisschen Herzblut steckt da schon drin», gibt er leicht wehmütig zu, «aber das Wissen, dass ich jetzt eine gute Grundlage geschaffen habe, lässt mir den Abschied nicht allzu schwer fallen.»

 © Sascha Wehinger, Medienverantwortlicher Zivilschutzregion Arbon
/ Arbon: 30. September 2009